Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Mammendorf

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Gegründet wurde die Feuerwehr Mammendorf am 16. Mai 1874. Offizieller Gründungstag ist jedoch der 15. Januar 1877. Eine Chronik wird seit 1900 geführt.

1900 bis 1913 Die Vereinschronik wird begonnen

1900 Die Chronik der Feuerwehr Mammendorf wird seit dem Jahr 1900 geführt. Der 1. Einsatz, über den in der Chronik berichtet wird; war am 19. August 1900:

„Nachmittags gegen 6 Uhr brach in der Holzremise des Herrn. Josef Reichlmair Feuer aus. Die Saugspritze war rasch am Brandplatz, auch viele Feuerwehrmänner und sonstige Neugierige waren erschienen. Da keine weitere Gefahr gegen die nahegelegenen Wohnhäuser vorhanden und das Feuer keine weitere Ausdehnung nahm, konnte das Brandobjekt bald gelöscht, ein Wagen und einiges Brennholz gerettet werden.“

1901 wurde der Mitgliederstand mit 96 Mann angegeben.
1903 Zum 25-jährigen Bestehen wurde am 4. Juli 1903 die neue Standarte von Kommandant Josef Günther und der Vorstandschaft in München abgeholt. Mit Musik wurden sie am Bahnhof Nannhofen empfangen und zur Feier des Tages marschierte man ins Gasthaus Feyersinger.

Am 19. Juli wurde die Standarte dann in „der oberen Kirche“ geweiht. Danach ging’s zum Oberwirt Georg Stadtmüller, wo ein Gartenfest mit Konzert, Preiskegelscheiben und Hutstechen gefeiert wurde. Nach der Feierlichkeit, kurz vor 10 Uhr abends, gab es dann noch Feueralarm. Das Anwesen des N. Wieland brannte, konnte aber schnell gelöscht werden.

1904 Am 24. Juni 1904 erhielten 12 Feuerwehrmänner im Rahmen des Bezirksfeuerwehrtages in Rottbach ihr Dienstabzeichen für 25-jährige Mitgliedschaft ausgehändigt.
1905 Im Protokoll der Generalversammlung für 1905 ist die Mannschaftsstärke mit 98 Mann festgehalten. Mit Hilfe von Zuschüssen in Höhe von 250 Mark kaufte die Gemeinde eine gebrauchte Saug- und Druckspritze.
1906 Am 18. Januar 1906 abends um halb 9 Uhr wurde die Freiwillige Feuerwehr Mammendorf telefonisch um Hilfe angerufen und zwar nach Aufkirchen. Die Feuerwehr wurde sofort alarmiert und es fuhren dann mehrere Feuerwehrmänner mit Spritze zum Brandplatze. Als sie aber an demselben ankamen war die größte Gefahr schon vorüber. Auch fehlte es an Wasser und man ließ deshalb die Spritze wieder nach Hause fahren. Die Mannschaft aber blieb größtenteils am Brandplatze und beteiligte sich bei den Löscharbeiten der Nachbarsfeuerwehren. Abgebrannt ist der Ökonomie-Stadel des Gastwirts Lampl und es soll bei Entstehung des Brandes die Gefahr für die nächstliegenden Häuser eine sehr große gewesen sein.

Am 10. Juni 1906 meldetet die Gemeinde Mammendorf an das Königliche Bezirksamt Bruck dass am 20.05.1906 nachmittags um halb 3 bis 4 Uhr eine Übung stattfand. Von den 3 Abteilungen der Feuerwehr waren anwesend:

Abteilung Steiger: 1 Zugführer Mann: 12 (von 14)
Abteilung Spritzenmänner: 4 Zugführer Mann: 56 (von 62)
Abteilung Rettungsmänner: 1 Zugführer Mann: 14 (von 15)
Die Übung leitete der Hauptmann; anwesend war noch der Adjutant. Die fehlende Mannschaft war entschuldigt.

Bürgermeister Schell

1907 In einem Schreiben des Vorstandes der Freiwilligen Feuerwehr an das Königliche Bezirksamt Bruck wird folgendes gemeldet:
Bei der am 20. Januar 1907 abgehaltenen Generalversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Mammendorf wurde auch die Neuwahl des Verwaltungsrathes statutengemäß vorgenommen und ergab folgendes Resultat:Vorstand: Mittelhammer Sebastian
Commandant: Günther Josef
Adjudant: Stamel Josef
Kassier: Lader Johann
Schriftführer: Mayer Johann
Zeugwart: Hölzl PaulSämtliche neugewählten haben die Wahl angenommen und durch Unterschrift bestätigt. Nach derselben wurden Übungstage pro 1907 festgesetzt und zwar:I. Vorübung Am Sonntag den 21. April früh 6 Uhr
II. Vorübung Am Sonntag den 28. April früh 6 Uhr
I. Hauptübung Am Sonntag den 12. Mai Vormittags 10 Uhr
II. Hauptübung (Inspektion) am Sonntag den 26. Mai Nachmittags 3 UhrDer Vorstand Mittelhammer Sebastian
1908 Am 22. November 1908 abends 8 Uhr entstand in dem Ökonomiegebäude des Metzgermeisters Johann Spannruft dahier Feuer. Die Feuerwehr wurde durch Glockensignal sofort an die Brandstätte gerufen. Doch das ganze Gebäude war schon von den Flammen ergriffen, wurde also ganz eingeäschert. Bei dem heftigen Westwind war die Gefahr für die Nachbargebäude sehr groß, welche aber Dank des herrschenden Regens gemildert wurde, weil die Dächer wohl durchnässt waren. Bei diesem Brand haben sich die Feuerwehrmänner Paul Hölzl und Johann Pöller Verletzungen bzw. Erkältungen zugezogen. Durch Anmeldung bei der Landesfeuerwehrunterstützungskasse hat Hölzl den Betrag von 13 Mark und 75 Pfennig und Pöller ebenfalls 13 Mark und 75 Pfennig erhalten, wofür der herzlichste Dank ausgesprochen wurde.
1910  Am 22. Mai war Inspizierung unserer Feuerwehr. Zur Abnahme derselben ist von höherer Stelle niemand erschienen. Es wurde auch der neue Wasserzubringer erprobt welcher tadellos funktionierte. Für den neuen Wasserzubringer erhielten wir vom Kreisfond einen Zuschuß von 100,– Mark, welcher aber nicht in unsere Kasse sondern in die Gemeindekasse überging.
1911  Der 90. Geburtstag Seiner Königlichen Hoheit Prinzregent Luitpold am 12. März 1911 wurde gebührend gefeiert mit einem Festumzug und einem Gottesdienst, denen ein geselliger Unterhaltungsabend in der Giggenbach’schen Gastwirtschaft folgte. Feierlichkeiten dieser Art sowie Fahnenweihen und andere Vereinsfeste wurden gerne angenommen.
1912 Am 31.12.1912 meldete die Freiwillige Feuerwehr Mammendorf an Hand eines Fragebogens an den Bayerischen Landesfeuerwehrverband folgende Statistik:

I. Organisation und Mitgliedschaft

Vorstand: Mittelhammer Sebastian, Gütler
Kommandant: Drexler Martin, Gütler

Die Feuerwehr ist eingeteilt in 1 Kompanie und hat:

1 Vorstand 1 Kommandanten 1Adjutanten
1 Schriftführer 1 Kassier 1 Zeugmeister
4 Zugführer 4 Sektionsführer 4 Signalisten
10 Steiger 50 Spritzenmänner 4 Sanitätsmänner
12 Ordnungsmänner

zusammen 94 aktive diensttuende Mitglieder. Eine Pflichtfeuerwehr besteht nicht.

II. Inventar

Steiggeräte:

1 Anstellleiter mit Stützstange 6 m hoch
1 Anstellleiter ohne Stützstange 5 m hoch
2 Hakenleitern
6 Dachleitern

Schläuche:

90 Meter rohe Hanfschläuche
12 Paar Normalgewinde
4 Strahlrohre
6 Schlauchbinden

Rettungs- und sonstige Geräte:

2 Feuerhaken

Löschgeräte:

2 Saug- und Druckspritzen
1 Spritze ohne Saugwerk
1 fahrbare Schlauchhaspel
30 Meter gummierte Hanfschläuche
16 Meter Saugschläuche

Uniformierung und Mannschaftsausrüstung:
(nach Vorschrift von 1905)

Uniformröcke (einschl. Blusen) 75
Messinghelme 90
Chargengurte 6
Steigergurten mit Karabiner 10
Spritzen- und Ordnungsmanngurte 80
Chargenbeile 6
Steigerleinen 5
Mützen 70

III. Sanitätswesen

1 tragbare Sanitätsbare
1 Sanitätstasche
1 Sanitätskasten

IV. Dienstverhältnisse

1908 bis 1912 wurden jährlich 5 Gesamtübungen abgehalten.
Brände fanden statt:
1908 2
1911 2
1912 3

V. Inspektionen

Im Jahre 1906 wurde die letzte Inspektion vom Bezirksvertreter abgehalten.

VI. Feuerhäuser

Wie viele Feuerhäuser stehen der Wehr zur Verfügung? 1
Entsprechen dieselben den Anforderungen? ja
Ist ein Steigerturm oder eine Steigerwand vorhanden? nein
Ist ein Schlauchturm oder eine sonstige zur sachgemäßen Behandlung des Schlauchmaterials vorhanden? ja

VII. Wasserversorgung

Ist eine Wasserleitung vorhanden? nein
Wenn keine Wasserleitung vorhanden, durch welche Hilfsmittel erfolgt die Wasserversorgung im Brandfall: Bäche und Brunnen

VIII. Feuermeldung

Die Feuermeldung geschieht durch Signalmelder und Läuten der Kirchenglocken

1913 Ein besonderes Fest war die Fahnenweihe des Katholischen Burschenverein Mammendorf am 1. Juni 1913, an dem sich die Freiwillige Feuerwehr natürlich stark beteiligte.

Am 12. November wurde aus Anlaß der Thronbesteigung König Ludwig des III. eine Festfeier veranstaltet, wo sich auch die Freiwillige Feuerwehr beteiligte. Vormittags 8 Uhr war Kirchenzug mit Musik. Nach der kirchlichen Feier war in der Feyersinger’schen Gastwirtschaft gesellschaftliche Unterhaltung mit Konzert. Herr Pfarrer Scheitzach hielt auch einen sehr lehrreichen Vortrag über die Bedeutung des Tages.
Die Zahl der Feuerwehrmänner betrug am Schluß des Jahres 94 Mann Aktive und 20 Mann Passive.

1914 bis 1932 Der Erste Weltkrieg und die Nachkriegsjahre

1914 Die Zahl der freiwilligen Feuerwehrmänner betrug am Schlusse des Jahres 56 Mann Aktive und 14 Mann Passive, 39 Mitglieder sind einberufen.
1915 Die Kriegsjahre 1914/15 haben in die Feuerwehr große Lücken gerissen, so dass bis zum Schlusse des Jahres 53 Mitglieder zur Fahne gerufen wurden, wovon bereits 4 gefallen und 2 vermisst sind. Die aktive Dienstzeit wurde vom 16. bis 60. Lebensjahr erhöht. Es beträgt jetzt die der freiwilligen Feuerwehrmänner 57 Mann Aktive und 11 Mann Passive.
1916 Das Jahr war, was die Feuerwehr anbelangt, ein gutes, indem wir keinen Brandschaden zu verzeichnen hatten. Dagegen war es als Kriegsjahr ein schlimmes, indem im Laufe des Jahres nicht weniger als 24 Mitglieder zur Fahne einberufen wurden, so dass sich die Gesamtzahl der einberufenen der 3 Kriegsjahre auf 80 erhöht hat. Die aktive Dienstzeit wurde vom 16. bis 60. Lebensjahr erhöht, aber trotzdem betrug die Zahl der freiwilligen Feuerwehrmänner am Schlusse des Jahres nur mehr 39 Mann Aktive und 13 Mann Passive.

Möge uns das Jahr 1917 den lang ersehnten Frieden bringen und dass wir in Bälde unsere Feuerwehrkameraden wieder in unserer Mitte haben, damit wir wenn die Pflicht ruft, in voller Kraft und Stärke eingreifen können.

1917 Das Jahr 1917 hat uns keinen Brandschaden in der Gemeinde gebracht. Gott sei es gedankt. Doch als Kriegsjahr brachte es nichts Gutes, denn es mussten im Laufe des Jahres wieder mehrere Mitglieder zu der Fahne einrücken. Mit einem hoffnungsvollen Ausblick begrüßen wir das Jahr 1918 im Vertrauen auf Gottes Hilfe und unsere tapfere Heeresmacht, als das ersehnte Friedensjahr.
1918 Am 26. Mai 1918 wurde der jährliche Bezirksfeuerwehrtag in Mammendorf abgehalten. Nachmittags wurde eine Übung mit Inspektion abgehalten:

„Der Verlauf der Übung zeigte, dass trotz des Krieges der Stand unserer Feuerwehr im Gesamten als ein Guter bezeichnet werden kann. In der Schlussansprache spendete Herr Kreisfeuerwehr- Vertreter Bauer als Inspizierender dem bewährten tüchtigen Kommandanten Herr Johannes Stammel als auch den Mannschaften frohes Lob, in der sachlichen Kritik bemängelte er das Fehlen einer praktischen Schubleiter, deren Anschaffung aber von dem stellvertretenden Bürgermeister sofort zugesagt wurde. “

„Am 16. Juni 1918 fand sich ein Vertreter der Firma Ewald und Komp. München mit einem Modell von einer fahrbaren 2-rädrigen Schubleiter hier ein und es wurde der Kauf abgeschlossen. Preis: 1.600 Mark.

Die entbehrliche Saug- und Druckspritze wurde an die Heeresverwaltung durch Vermittlung der Firma Ewald u. Komp. München um den Preis von 1.050 Mark verkauft. „

1919 Doch bereits 1919 wird wieder ein guter Stand an Mitgliedern und Ausbildung bescheinigt. Die Nachkriegszeit war gekennzeichnet von politischen Unruhen und Zerreißproben für die neue Weimarer Republik, man denke hier nur an den Sturz der Monarchie und Ausrufung des Freistaates Bayern durch Kurt Eisner am 8. November 1918, gefolgt von der Gründung und Niederwerfung der Räterepublik in München alles innerhalb weniger Monate im Frühjahr 1919.

„Im Jahre 1919 hatten wir keinen Brandschaden zu verzeichnen. Gott bewahre uns ferner davor. Der Mitgliederstand betrug im Jahre 1919 92 Aktive und 19 Passive. „

1920-
1926
Bis 1921 war die Feuerwehr im Knabenschulhaus am Kirchplatz untergebracht, danach bis 1939 im neuen Gemeindehaus in der Münchner Straße gegenüber Giggenbach.

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Im Jahre 1923 folgte der totale wirtschaftliche Zusammenbruch infolge der Inflation. Noch nie war die Freiwillige Feuerwehr so „reich“ wie in jenen Tagen, laut Kassenbuch besaß sie vierundsechzig Millionen Mark. Doch was sollte man damit anfangen, kaufen konnte man ja nichts dafür. Der damalige Kassier Georg Loder kommentierte seine Eintragungen: „Wegen der Inflation habe ich zum Besten des Vereins gleich alles selber bezahlt.“

Trotz allem wurden die dienstlichen Aufgaben weiter wahr genommen, genauso beteiligte man sich nach wie vor an den kirchlichen Festen und auch an Vereinsfeiern wie Fahnenweihen und Jubiläen.

1927 Am Sonntag, den 27. November 1927 hielt unsere freiwillige Feuerwehr im engsten kreise das 50jährige Gründungs-Jubiläum ab. Um 8 Uhr vormittags wurde von den hiesigen Vereinen vor dem Gasthaus Schilling Aufstellung genommen. An der Spitze waren die Ehrengäste, der Gemeinderat, Herr Sicherheitskommissär, Herr Wachtmeister und Bezirksauschussmitglied Herr Riedl aus Maisach. Als dann folgten mit Fahnen die Freiwillige Feuerwehr, Krieger- und Kath. Burschenverein. Mit der hiesigen Musikkapelle wurde zur Kirche marschiert, wo hochw. Herr Dekan den heiligen Gottesdienst hielt und in der Predigt die Nächstenliebe der Feuerwehr hervorhob. Manch braver Feuerwehrmann mußte schon wegen seiner Opferwilligkeit sein Leben einbüßen. Hier könnte man die Nächstenliebe nicht genug preisen. Vom Kirchenchor wurde die sinnreiche Jubiläumsmesse von Gruber sehr schön vorgetragen. Nach der kirchlichen Handlung zogen die Vereine mit Ehrengästen zum Gasthaus Giggenbach, wo auf Einladung des Kommandanten der Frühschoppen eingenommen wurde. Herr Riedl, Maisach überbrachte die herzlichsten Grüße und Glückwünsche des Bezirksvertreters Herrn Lohr und des ganzen Bezirks. Er hob in seiner Rede hervor, daß man am Tage des Festes auch jener gedenken soll, welche nicht mehr da sind. Ferner wünschte er der freiw. Feuerwehr Mammendorf, unter der jetzigen tatkräftigen Vorstandschaft, weiteres Blühen und Gedeihen. Das inzwischen erschienene 78 jährige Gründungsmitglied Herr Josef Burkhard hieß der Redner auf das herzlichste willkommen und beglückwünschte den Jubilar ebenso herzlich. Herr Kommandant Huber Josef dankte für die freundlichen Worte und Glückwünsche. Er sprach seine besondere Freude aus, über die rege Beteiligung an diesem Jubelfeste. Nun nahm das Gründungsmitglied, Herr Burkhard das Wort um einen Rückblick auf die Gründung zu werfen. Am 16. Mai 1874 wurde dieselbe vorgenommen.(Offizieller Gründungstag ist jedoch der 15.01.1877). Es waren nur 12 Mitglieder. Der Hauptmann, Herr Bals hatte großen Eifer, fast jeden Tag wurden Übungen abgehalten. Bis in die späten Nachmittagsstunden dauerte das gemütliche Beisammensein, wozu die hiesige Musikkapelle ihr Bestes gab um die Fröhlichkeit zu heben.
1932 Am 19.11.1932 wurde von der Firma Magirus eine Motorspritze Modell Goliath Größe 11 mit einer Leistung von 800 Liter pro Minute an die Gemeinde Mammendorf ausgeliefert. In einem Vertrag zwischen den Gemeinden Mammendorf und Nannhofen wurde vereinbart:

„Die Gemeinde Nannhofen hat zu dem Kauf der Motorspritze einen Zuschuß von 400 Reichsmark gegeben. Die Gemeinde Mammendorf bzw. die Freiwillige Feuerwehr verpflichtet sich hierfür in Brand- und Bedarfsfällen stets auf Anforderung oder nach Bekannt werden eines Brandes innerhalb der Gemeindeflur Nannhofen die Motorspritze mit Bedienungsmannschaften unverzüglich an den jeweiligen Brandplatz in Nannhofen abzuordern. „

1933 bis 1945 Die Zeit des Nationalsozialismus und der Zweite Weltkrieg

1933 Im Jahresbericht von 1933 heißt es:

„Ferner bewies die Feuerwehr seine nationalsozialistische Angehörigkeit zum neuen Staate durch seine Teilnahme am Deutschen Tage.“

1934-
1938
1934 und 1935 wurden noch Generalversammlungen abgehalten.

Ab 1936 wurden „General – Appelle“ abgehalten. Am 08.03.1936 war zum Beispiel auf der Tagesordnung: „Die neuen gesetzlichen Bestimmungen der Freiwilligen Feuerwehren. „. Die Freiwilligen Feuerwehren wurde in dieser Zeit in Feuerschutzpolizeien umgewandelt und verloren somit ihre Eigenständigkeit.

Die Berichte in dieser Zeit sind zu dem sehr kurz gefasst. Wenigstens endeten die damaligen Eintragungen in der Chronik immer noch mit dem Wehrspruch: „Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr“.

1939-
1945
1939 zog die Feuerwehr Mammendorf kurzzeitig ins Jacobihaus in der Pestalozzistrasse. Anfang der 40er ging es weiter in ihr langfristiges Quartier Ecke Bahnhof-/Michael-Aumüller-Straße (dort steht heute das Bushäuschen am Minikreisel).

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Aus den Jahren 1939 bis 1945 gibt es keine Eintragungen mehr in der Chronik.

Nach Ende des Krieges schrieb Schriftführer Josef Blum einen Bericht über die Kriegsjahre 1939 bis 1945 in die Chronik der hier ungekürzt wieder gegeben wird:

Bei Kriegsausbruch stand die Freiwilligen Feuerwehr unter der Leitung des Kommandanten Joseph Haas, der den Kommandanten-Lehrgang in Regensburg besucht hatte. Viele junge Mitglieder der Wehr wurden sofort zu den Waffen gerufen. Der Mannschaftsbestand betrug 76 Mann Aktive. Weitere Einberufungen folgten, unter ihnen auch Kommandant Joseph Haas, so daß die Führung an dessen Stellvertreter Josef Huber (Winklbauer) überging. Zur Aufrechterhaltung des Mannschaftsstandes wurden Jugendgruppen gebildet. Diesen folgten später 2 Gruppen Mädchen im Alter von 17 – 20 Jahren. Der Erfolg war ein guter. Genannte Jugendgruppen erfüllten freudig ihren Dienst. Bei der Ausbildung dieser Gruppen zeichneten sich besonders aus Kommandant Huber, die Löschmeister Heiß u. Gantner, letzterer leitete auch die Ausbildung der Wehrmannschaft und hat derselben durch seine Energie manchen Schweißtropfen verursacht. Unsere Wehr fand des öfteren bei Besuchen des Bezirksbrandmeisters (Kreisbrandmeister) Schwarz von Fürstenfeldbruck größte Anerkennung.

Die Folgen des Krieges machten sich weiter bemerkbar. Am 9. März war der erste Einsatz unserer Wehr in München. Wir wurden durch die Befehlsstelle in die Hedwigstraße berufen, wo wir durch unseren Einsatz vieles retten konnten. Als nachträgliche Belohnung hierfür wurde uns vom zuständigen Ortsgruppenleiter ein damals sehr wertvolles Buch mit einer Widmung übersandt. Insgesamt war die Wehr 10 mal in München bei 8 Einsätzen, einmal in Olching, jedoch ohne Einsatz. Es wurden große Ansprüche an Mannschaft und Material gestellt. Zu erwähnen seien die Fahrten auf offenen Lastwagen bei Winterszeit. Durchfroren und durchnäßt kamen die Leute von den Einsätzen, die manchmal bis zu 36 Stunden dauerten, zu Hause an; dies war um so mehr anzuerkennen, als zu Anfang auch noch die nötige Verpflegung fehlte. Der letzte Einsatz war am 7. Januar 1945.

Den Dienstgraden und Mannschaften, insbesondere den Maschinisten sei hier besonders herzlich gedankt. Schauerlich waren die Anblicke als wir den Stadtrand erreichten, überall helfen sollten und nicht helfen durften, da wir zur Befehlsstelle weiter mußten. Oft passierte es uns, daß wir bei Fliegeralarm in den Löscharbeiten gestört wurden und entweder den nächsten Luftschutzkeller aufsuchen oder schnellstens die Stadt verlassen mußten. Besonders erwähnt sei der Einsatz in der Hirtenstraße und im Innenministerium, wo wir vieles retten konnten.

Während des Krieges wurden wir bei Übungen und Einsätzen in München öfters von Herrn Bezirksbrandmeister Schwarz besucht und mit voller Anerkennung bedacht, die er durch Zueignung brauchbarer Gegenstände, besonders Schlauchmaterial, praktisch bewies. Der Gerätepark der Wehr wurde 1944 durch Zuweisung einer TS 8 Flader bedeutend verstärkt.

Inzwischen hat der Krieg große Opfer an jungen Menschen gefordert. Manches junge Mitglied der Wehr war dabei. Während des Krieges waren wir vom Feuer verschont geblieben, aber der Zusammenbruch brachte uns einen schwarzen Tag.

Am 29. April vormittags um 11 Uhr entstanden durch Tiefflieger, . welche Wehrmachtsfahrzeuge angriffen, in der Ortschaft Brände:

1.) Scheune bei Mittelhammer
2.) kleine Schupfe bei Geiger Stefan
3.) Haus und Stall bei Rottenfußer Innozenz
4.) Stadel bei Gantner Andreas
5.) großer Stadel bei Heiß
6.) Holzhütte bei Kellerer Xaver
7.) kleine Scheune bei Sanktjohanser
8.) Dachstuhlbrand bei Geier Leonhard

Diesen vielen Bränden war die Wehr mit 2 Motorspritzen und einer Handspritze nicht gewachsen und auswärtige Hilfe kam wegen des bevorstehenden Einmarsches der Amerikaner nicht mehr in Frage.

Die Wehr hat an folgenden Brandplätzen Löscharbeit geleistet:

1. Flader Motorspritze, die bei Neumeier untergebracht war, kam zu Kellerer, da beide Scheunen in großer Gefahr waren.
2. Magirus Motorspritze war am Löschbrunnen bei der oberen Kirche, von hier wurde eine Leitung zu Gantner Andreas und eine solche zu Heiß gelegt mit dem Erfolg, daß die anliegenden Gebäude gerettet wurden.
3. Handspritze war bei Sanktjohanser, später an der Maisach mit Schlauchlage zu Rottenfußer Innozenz, jedoch war bei Rottenfußer schon als Totalbrand anzusehen, so daß eine weitere Rettung von Gebäuden nicht mehr in Frage kam.

Totalbrand auch bei Heiß, Geier, Gantner und Mittelhammer. Unterbrochen wurde die Löscharbeit nur für kurze Zeit bei Einzug der amerikanischen Panzer. Gegen Abend als „Gefahr vorbei“ mit Ausnahme bei Kellerer, wo auch während der Nachtstunden noch gelöscht werden mußte, konnten die Geräte abgestellt werden. Zusammenfassend war die Zahl der Brände zu groß, um überall Hilfe leisten zu können, doch hat sich die Mannschaft der Wehr tapfer gehalten, so daß weiteres Unglück vermieden werden konnte.

Am 4. Juni 1945 erhielt die Freiwillige Feuerwehr Mammendorf von Kreisbrandinspektor Schwarz einen Löschzug LF 15 kostenlos zugeteilt. Dafür mußten abgegeben werden die Motorspritze Flader an die Gemeinde Tegernbach und die Handspritze an die Gemeinde Erasried.

Am 6. Juli 1945 war Großfeuer bei Steber Michael in Peretshofen. Hier trat zum erstenmal der Löschzug im Brandfalle in Tätigkeit. Das schöne Gerät hat die in ihn gesetzten Erwartungen voll und ganz erfüllt.

Am 15. Juli 1945 Nachmittags um 2 Uhr mußte auf Befehl des örtlichen Kommandeurs der Besatzungstruppen eine Obung beim Anwesen Maugg durchgeführt werden. Löschzug (LF 15) war bei oberer Kirche, Magirus (Motorspritze) war bei Spannruft Martin. 5 Rohre waren eingesetzt, die Obung klappte vorzüglich. Der Offizier sprach seine Anerkennung aus.

Wir kommen nun zum Schluß des Berichtes. Hoffen wir, daß wir bald unsere Kameraden aus der Kriegsgefangenschaft vollzählig begrüßen können. Leider ist dies bei den vielen Opfern des Jahrganges 24 nicht mehr möglich, die in fremder Erde bestattet liegen, so daß uns nur mehr der Wunsch offen bleibt, sie mögen in Frieden ruhen. Gott möge uns auch vor ferneren Brandschäden bewahren.

Mit dem Wehrspruch

Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr!

Niedergeschrieben nach wertvollen Notizen des Herrn Kommandanten Huber und nach eigenen Erlebnissen

von Josef Blum

1945 bis heute

7. Oktober 1978 Einweihung des neuen Feuerwehrhauses an der Augsburger Straße 52.

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16.September 2001 Einweihung des Anbaus bestehend aus einer zweiten Fahrzeughalle, einer modernen Einsatzzentrale, Werkstätten und Büros, einem Schulungsraum und einer Schlauchtrockenanlage samt Schlauchtrockenturm.

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9. Oktober 2016 Einweihung des dritten Stellplatzes für ein MZF am Anbau. Bericht hierzu..