Notruf

Bei Notfällen wählen Sie europaweit die 112

Der Notruf 112 läuft für die Landkreise Dachau, Fürstenfeldbruck, Landsberg und Starnberg in der Integrierten Leitstelle (ILS) Fürstenfeldbruck auf.

Folgende Informationen sind für den Leitstellendisponenten wichtig, um schnellstmöglich die richtigen Einsatzkräfte zu alarmieren:

Wo ist der Einsatzort?

Geben Sie die genaue Anschrift und evtl. Besonderheiten bei der Anfahrt an. Jede Information, die Zeit einspart, kann sich lebensrettend auswirken. Wissen Sie nicht genau, wo Sie sich befinden, kann der Disponent mit Hilfe elektronischer Karten Ihren Standort mit Ihnen zusammen bestimmen. Machen Sie sich vor Ort bemerkbar, wenn der Rettungsdienst oder die Feuerwehr eintrifft.

Wer ruft an?

Nennen Sie Ihren Namen und die Telefonnummer unter der Sie für Rückfragen erreichbar sind.

Was ist geschehen?

Beschreiben Sie genau was passiert ist. Beschränken Sie sich dabei auf das Nötigste. Versuchen Sie die Fragen der Leitstelle möglichst genau zu beantworten. Sind gefährliche Stoffe  im Spiel, so geben Sie bitte die Nummern auf den orangen Warntafeln an.

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Wieviele Verletzte?

Sagen Sie eine möglichst genaue Anzahl der betroffenen (verletzen, eingeschlossenen) Personen. Geben Sie auch die Art der Verletzung und bei Kindern das Alter mit an.

Warten auf Rückfragen.

Grundsätzlich beendet der Leitstellendisponent das Gespräch. Warten Sie also bitte ab, ob dieser noch zusätzliche Fragen an Sie hat. Der Disponent kann Sie auch telefonisch bei Erste-Hilfe-Maßnahmen unterstützen, bis der Rettungsdienst eingetroffen ist. Diese Unterstützung hat nachweislich schon vielen Menschen das Leben gerettet.

Ein Notruf ist übrigens kostenlos. Auch vom Handy. Anrufer, die missbräuchlich den Notruf anwählen, können auch ohne übermittelte Rufnummer identifiziert werden. Ihnen droht ein Strafverfahren mit empfindlichen Geldbußen.

Was passiert bei einem Notruf?

Ist der Einsatz erfasst, wird das schnellste, zuständige Rettungsmittel (Feuerwehr, Rettungswagen, Notarzt) vom Einsatzleitrechner vorgeschlagen und durch den Disponenten über sogenannte Funkmeldeempfänger, auch umgangssprachlich „Piepser“ genannt, alarmiert. Diesen trägt jeder Feuerwehrdienstleistende ständig bei sich. Empfängt der Meldeempfänger einen Alarm, piept er laut und vibriert stark. Über den Funkmeldeempfänger bekommt der Angepiepste auch eine erste kurze Sprachdurchsage über die Art des Einsatzes.

Die Funkmeldeempfänger werden zur Probe jeden Montag um 19:30 Uhr alarmiert. Wenn Sie also montags evtl. beim Einkaufen ein lautes Piepen um 19:30 Uhr hören, ist vermutlich ein Mitglied einer freiwilligen Feuerwehr in Ihrer Nähe. Zusätzlich kann, bei größeren Schadensbildern, über die Sirene alarmiert werden.

Da die Feuerwehr Mammendorf eine Freiwillige Feuerwehr ist, sind die Mitglieder nicht ständig im Feuerwehrhaus, wie dies bei einer Berufsfeuerwehr der Fall ist. Sie befinden sich zum Beispiel an ihrem Arbeitsplatz, zu Hause oder bei anderen Freizeitbeschäftigungen. Der Alarmton des Meldeempfängers zeigt dem Feuerwehrmann bzw. der Feuerwehrfrau an, dass die Feuerwehr benötigt wird. Jedes Mitglied der Feuerwehr begibt sich dann auf schnellstem Wege ins Feuerwehrhaus an der Augsburger Straße. Dies geschieht entweder mit dem Privatauto, auf dem Fahrrad oder auch mal auf dem Traktor. Dort rüsten sich die Feuerwehrleute mit ihrer persönlichen Schutzausrüstung aus und besetzen die benötigten Einsatzfahrzeuge. Über Funk erfragt der Einsatzleiter die genauen Informationen zum Einsatz. Adresse, das Meldebild usw. werden durchgegeben. Parallel dazu werden in einem Alarmfax diese Informationen von der Leitstelle an die Feuerwehr gesendet. Nun machen sich die Kräfte der Feuerwehr auf den Weg zum Einsatzort. Auf der Fahrt werden weitere Einzelheiten über Funk abgeklärt.

Vom Notruf bis zum Eintreffen der ersten Kräfte am Einsatzort vergehen im Durchschnitt weniger als 10 Minuten!

Andere Telefonnummern, die Sie kennen sollten

Über die Notrufnummer 112 erreichen Sie Feuerwehr und Rettungsdienst. Daneben gibt es in Bayern folgende Notfallnummern:

  • Notrufnummer 110 – Polizei: Unter dieser Notrufnummer erreichen Sie die Einsatzzentralen der Bayerischen Polizei.
  • 0800 6 888 000 – Bundespolizei: Unter dieser Nummer erreichen Sie die Bundespolizei, die unter anderem für bahnpolizeiliche Angelegenheiten zuständig ist.
  • 116 117 – Ärztlicher Bereitschaftsdienst: Benötigen Sie außerhalb der regulären Sprechstunden Ihres Hausarztes ärztliche Hilfe bei nicht lebensbedrohlichen gesundheitlichen Problemen, die nicht den Einsatz des Rettungsdienstes notwendig erscheinen lassen, hilft der Ärztliche Bereitschaftsdienst bei der Vermittlung eines Arztes. Der Ärztliche Bereitschaftsdienst ist bayernweit über die Rufnummer 116 117 erreichbar – aus allen Telefonnetzen vorwahl- und gebührenfrei.

Wie entstand die 112

In Deutschland gab es bis 1973 keine einheitlichen Notrufnummern. Dann traten die neuen Regeln des Notrufsystems 73 in Kraft, mit denen die Nummer 110 und 112 eingeführt wurden. Veranlasst wurde dies durch den Tod des achtjährigen Björn Steiger, der 1969 nach einem Verkehrsunfall starb, weil die Rettungskräfte zu spät eintrafen. Der Vater des Unfallopfers engagierte sich später für eine Verbesserung des Notrufs und gründete die Björn Steiger Stiftung.