Home » Information » Die Freiwillige Feuerwehr Mammendorf in Zeiten der Corona-Krise

Die Freiwillige Feuerwehr Mammendorf in Zeiten der Corona-Krise

Die Freiwillige Feuerwehr Mammendorf in Zeiten der Corona-Krise

(Verfasser: Christian Huber, Kommandant Stand: 9. Mai 2020)

 

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

es ist alles anders. Unser Alltag hat sich in kürzester Zeit verändert. Der Katastrophenfall wurde für den gesamten Freistaat Bayern festgestellt. Die Nachrichten beschäftigen sich fast ausschließlich mit dem Thema „Corona–Virus“ und den aktuellen Entwicklungen. Die Zahl der bestätigt am Coronavirus SARS-CoV-2 Infizierten in Deutschland steigt stetig. Diesen Anstieg gilt es weiterhin zu verlangsamen, um das Gesundheitssystem nicht zu überlasten und um die Mortalitätsrate so gering wie möglich zu halten. Daher wurden drastische Maßnahmen getroffen, welche die sozialen Kontakte stark einschränken.

Die Corona-Pandemie stellt die Freiwillige Feuerwehr Mammendorf vor große Herausforderungen. Die Einsatzfähigkeit ist weiterhin sicherzustellen. Doch wie soll das funktionieren, wenn das menschliche Miteinander auf ein Minimum zu reduzieren ist und wenn Einsatzkräfte ausfallen?

Die Feuerwehren haben, wie auch alle sonstigen Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben, die schwierige Aufgabe, zum Schutz der Bevölkerung einsatzfähig zu bleiben. Die Feuerwehren sind ein sehr wichtiger Teil der kritischen Infrastruktur in Bayern. Die Einsatzbereitschaft der Feuerwehren hat oberste Priorität.

Daher gilt es zu verhindern, dass große Gruppen von Einsatzkräften unter Quarantäne gestellt werden. Dafür hat die Feuerwehr Mammendorf seit dem 13. März 2020 aufgrund der derzeitigen Pandemielage umfangreiche Maßnahmen umgesetzt. So wurde zum Beispiel der Ausbildungs- und Übungsbetrieb eingestellt sowie alle Veranstaltungen abgesagt. Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung hat Hinweise zur Aufrechterhaltung der Einsatzfähigkeit veröffentlicht, welche ständig aktualisiert werden. Diese Hinweise müssen nun auch in der Praxis in der Feuerwehr umgesetzt werden, was nicht immer so leicht ist. Geeignete persönliche Schutzausrüstung und Desinfektionsmittel muss in ausreichenden Mengen beschafft werden. In diesen Zeiten bedeutet dies einen Mammutaufgabe.

In kürzester Zeit haben drei Näherinnen mit Unterstützung der Firmen Löffler Raumausstattung e. K. und Mode-, Tracht- und Landhausgalerie für jeden Feuerwehrdienstleistenden eine Behelfs-Mund-Nasen-Maske genäht. Vielen herzlichen Dank für dieses tolle Engagement.

Zudem soll stets eine aktuelle Übersicht über die Einsatzfähigkeit der Feuerwehr Mammendorf erstellt werden. Wer befindet sich in Quarantäne? Wer hat momentan Erkältungssymptome? Wer führt derzeit aus präventiven Arbeitgebermaßnahmen seine Tätigkeit zuhause aus und ist damit tagsüber verfügbar? Die Alarm- und Ausrückeordnung muss angepasst werden. Ebenso die Vorgehensweise in bestimmten Objekten, etwa in Alten- und Pflegeheimen, bei Wohnungsöffnungen oder auch bei Personenrettungen mittels Drehleiter müssen angepasst werden. Gleichzeitig ist das Informieren der Einsatzkräfte wichtig: Was wird aktuell getan und wie geht es weiter?

Wichtig: Die Einsatzbereitschaft der Freiwilligen Feuerwehr Mammendorf konnte seit der Ausrufung des Katastrophenfalls mit den getroffenen Maßnahmen immer aufrechterhalten bleiben.

Ich bin mir sicher, das Corona-Virus wird in unserer Feuerwehr noch länger nachwirken. Die Feuerwehrschulen in Bayern haben ihren Betrieb eingestellt. Lehrgänge wurden abgesagt. Ebenso wurden die Lehrgänge auf Landkreisebene storniert. All das wird in naher Zukunft spürbar sein, etwa wenn dringend Maschinisten für die Feuerwehrfahrzeuge fehlen, da sie keinen Lehrgangsplatz erhalten konnten. Alleine im März konnten Feuerwehrdienstleistende der Feuerwehr Mammendorf zwei Maschinisten-, ein Drehleitermaschinisten- und zwei Grundausbildungslehrgänge nicht besuchen.

Doch wir sind aufgerufen, uns auf das Wesentliche zu konzentrieren und unsere höchsten Güter zu schützen – unsere Gesundheit, die Gesundheit der Einsatzkräfte und die der Bevölkerung. Schützen wir uns, dann schützen wir andere. Gerade in dieser Zeit der sozialen Distanzierung gilt mehr denn je: Einer für alle und alle für einen.


An dieser Stelle geht mein Dank an Sie alle dafür, dass Sie die Maßnahmen im Rahmen der Ausgangssperre bzw. Kontaktsperre in ganz großer Zahl mittragen und sich an die (ohne Zweifel) sehr einschneidenden Regelungen halten: Hierfür ein herzliches Vergelt`s Gott von meiner Seite! Sie alle zeigen mit Ihrem Verhalten Solidarität und Ihre Bereitschaft zur Mithilfe bei der Bewältigung dieser für uns alle schwierigen Situation.

Dank geht auch an alle, die in den so genannten „systemrelevanten Bereichen“ arbeiten; im medizinischen und pflegerischen Bereich, in allen sozialen Berufen; Dank an alle Verkäuferinnen und Verkäufer im Einzelhandel, die Mitarbeiter im Logistikbereiche, an alle die im Dienst der Öffentlichkeit unsere Einrichtungen und unsere Gesellschaft am Laufen halten, nicht zuletzt auch an alle Eltern, die Ihre Kinder aktuell zu Hause betreuen. Vielen Dank, dass es Sie gibt, vielen Dank, dass Sie sich für die Gemeinschaft in dieser Form einsetzen.

Bleiben Sie gesund und halten wir Mammendorfer weiter so gut zusammen wie in den letzten Wochen!

Christian Huber
Kommandant
Freiwillige Feuerwehr Mammendorf